Mit freundlicher Genehmigung
des KOGNOS-Verlags veröffentlichen wir jetzt (11/99) hier online den vollständigen
Artikel:
Mein Kind ist vielleicht rechenschwach - was nun ?
Der Ratgeber
für Eltern von Kindern, die von Dyskalkulie betroffen sind
Autor: Dr.Dipl.Psych.
Friedrich H. Steeg, Rechenschwächetherapeut seit 1991 - Mitbegründer
und Mitinhaber des RESI-Volxheim
erschienen 2/99
in: Erfolgreiche Elternarbeit in der Schule (Handbuch)
..... zu beziehen
bei: KOGNOS-Verlag Braun GmbH, Färberstr.2, 86157 Augsburg,
Tel.0821-52155-0, Fax 0821-52155-99,
Originaltext des Artikels:
Inhalt:
Die Ausgangsfrage:
Lernschwierigkeiten in Mathe - oder mehr?
- Hausaufgaben, Klassenarbeiten,
Noten und Zeugnisse
- Gespräche mit
Lehrern, Schulpsychologen und Ärzten
- Förderung in
der Schule?
Definitionen und Ursachen
- Was ist eigentlich
Rechenschwäche?
- Diagnose: Rechenschwäche
Erscheinungsbilder
- Bedingungen, Einzelphänomene
und Verdachtsmomente
- Rechenfehler mit
„innerer Logik“
- Die psychologische
Dimension
Diagnostik und Therapie
bei Rechenschwäche
- Interview und Fehleranalyse
- Beratung der Eltern
und Diagnosebericht
- Unterstützung
durch die Lehrer
- Mathematik und pädagogisch-psychologischer
Dialog
- Lehrmaterial und
Therapiemethoden
Die Stellung der Institution
Schule zur Rechenschwäche
- „Profilbildung“
durch Wissensreproduktion
- Rechenschwäche:
ein schulverursachtes Lernversagen
- Schlußfolgerungen
für Eltern und Kinder
Marktanalyse außerschulischer
Hilfsangebote
- Nachhilfe
- Lerntherapie und
Psychotherapie
- Rechenschwächetherapie
Wer zahlt Rechenschwächediagnostik
und Rechenschwächetherapie ?
- Krankenkassen
- Jugendämter
Wo jeder gute Rat
einmal ans Ende kommt
- Was Sie bei der Diagnostik
beachten sollten
- Was Sie bei der Therapie
beachten sollten
- Kommentierte Literaturempfehlungen
- Information und Kontaktadressen
Die Ausgangsfrage: Lernschwierigkeiten in Mathe - oder mehr?
Wenn Eltern feststellen, daß ihr Kind im Laufe der Grundschuljahre oder auch später in einem Schulfach Schwierigkeiten hat, können sie einiges versuchen, um diesem Mißstand zu begegnen:
Seelenmassage
und andere Mittel
Sie können ihrem
Kind ins Gewissen reden, es auffordern, fleißiger zu sein, mehr zu üben.
Sie können auch mal drohen. Sie können den Lehrer fragen, was los
ist. Sie können sich nach einer geeigneten Nachhilfe umsehen. So weit,
so gut!
Wenn nichts
mehr geht
Was aber sollen Eltern
tun, die feststellen müssen, daß wegen Mathe „Dauerstreß"
in der Familie aufkommt? Oft scheint es den Eltern, als sei ihr Kind zu dumm
für Mathe, oder sie meinen, es sei total verstockt, apathisch oder verängstigt.
Die Lehrerin gibt Ratschläge wie: mehr üben, fleißiger sein,
besser aufpassen im Unterricht. Bei den Hausaufgaben klappt sogar manches,
aber die Klassenarbeit geht wieder voll daneben. Man fragt sich: Was hat das
Kind denn da falsch verstanden? Die paar Zahlen und einfachen Rechnungen -
das alles ist doch so einfach und auf der Hand liegend. Viele richtige Ergebnisse
lassen doch auch auf ein Verständnis schließen - glaubt man! Aber
dann: Wieder eine „5" oder „6" in Mathe!
Hausaufgaben,
Klassenarbeiten, Noten und Zeugnisse
Man muß sich
zunächst einmal klarmachen, daß auch gute Noten in Mathe ohne mathematisches
Verständnis zustande kommen können. Wer seine Hausaufgaben ordentlich
macht, wird nicht gefragt, wie er sie gemacht hat - z. B. wie lange er dafür
gebraucht hat, ob er den Taschenrechner benutzt hat, ob jemand geholfen hat
und wie, welche Regeln er beim Lösen der Aufgaben befolgt hat. Persönliche
Rechengewohnheiten und Schemata - ob nachvollziehbar oder nicht, einer eigenen
Logik folgend oder nicht - interessieren niemanden.
Ergebnisse wovon?
Bei Klassenarbeiten
sind die Ergebnisse überhaupt das Wichtigste - wegen der Noten. Rechenwege
bringen zwar auch Punkte, aber nur, wenn sie „offenbar richtig" waren.
Bei Fehlern stehen oft in roter Tinte Bemerkungen wie: „Nachdenken!“,
„Text lesen!“, „Aufpassen!“ oder „Mehr üben!“.
Die Frage, ob das Kind über das notwendige Grundwissen verfügte,
um die vorgegebenen Aufgaben mit Verständnis zu bewältigen, wird
nicht gestellt.
Gespräch
mit dem Lehrer
Wenn Eltern kurz vor
der Versetzung das Gespräch mit dem Lehrer suchen, erhalten sie oft Auskünfte,
die noch hinter den Informationsstand zurückfallen, den sie sich bereits
selbst im Laufe der Jahre verschafft haben. Eltern kennen die typischen Fehler
und die Versagermentalität ihrer Kinder oft besser als die Lehrer, wissen
aber ebensowenig wie die Lehrer, was man dagegen tun könnte. Es wären
inhaltliche Erkenntnisse über die Art der Fehler, der individuellen Rechenstrategien
und der Grundlagendefizite erforderlich, um Hilfemaßnahmen überlegen
und planen zu können.
Gespräch
mit dem Nachhilfelehrer
Auch ein Nachhilfelehrer
kann im Falle massiver Lernschwierigkeiten, die nicht einfach aus einem Zurückbleiben
im Unterrichtsstoff erklärbar sind, meist nur feststellen, daß
auch intensive Einzelbetreuung - sofern sie stattfand - erfolglos blieb. Falls
der Nachhilfelehrer aus einer solchen Einzelbetreuung heraus in der Lage ist,
grundlegende Defizite zu erkennen, wird er diese vielleicht beschreiben oder
benennen können. Das wäre zumindest ein Fortschritt!
Gespräch
mit dem Schulpsychologen
Ein Termin beim Schulpsychologen
wird wohl meistens zu Ernüchterung führen. Schulpsychologen können
zwar in vielen psychologischen Problemfällen helfen, nur wenige Schulpsychologen
sind jedoch im Bereich Teilleistungsschwächen ausgebildet. Sie können
zwar Verfahren anwenden, die es erlauben, eine Rechenschwäche nach den
Maßstäben von standardisierten Intelligenztests zu diagnostizieren.
Dies führt allerdings zu einer sehr fragwürdigen Etikettierung,
denn über die individuelle Beschaffenheit der jeweiligen Rechenschwäche
wird damit nichts ausgesagt - und: Eine echte Hilfe läßt sich aus
keinem standardisierten „Rechenschwächetest" ableiten.
Gespräch
mit dem Arzt
Ein Arzt kann eine
Diagnose darüber erstellen, ob das Kind durch körperliche oder seelische
Probleme belastet ist, die mit einer Rechenschwäche im Zusammenhang stehen
könnten. Dazu gehören allgemeine medizinische, neurologische und
psychiatrische Auffälligkeiten: z. B. Wahrnehmungseinschränkungen
im Bereich des Sehens und Hörens, des Tastsinns, der Motorik und Orientierung,
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Beziehungs - und Persönlichkeitsstörungen.
Zu berücksichtigen sind auch die möglichen Folgen von Geburts- und
Entwicklungsschwierigkeiten.
Förderung
in der Schule?
In der Schule fehlt
z. Z. vor allen Dingen die Möglichkeit, frühzeitig und gezielt Rechenschwäche
im Einzelfall zu diagnostizieren. Oft wird daher durch modernes Nachsitzen
(Förderunterricht) in Kleingruppen eine Nachhilfe geleistet, die den
rechenschwachen Kindern nicht hilft, sondern schadet: Kinder, die nach dem
Unterricht weiterarbeiten müssen, aber trotzdem nicht individuell betreut
und gezielt unterstützt werden, müssen sich bestraft fühlen.
Sie erfahren immer wieder aufs neue, daß Unterricht nichts mit Verstehen
zu tun hat, sondern aus Pauken und Abfragen besteht. Dies bestärkt sie
in ihren unmathematischen strategischen Anstrengungen. Im Förderunterricht
wird in der Regel das Prinzip der unterrichtlichen Unterweisung und Übung
fortgesetzt und nicht durch ein individuell verstehendes und lehrendes Konzept
ersetzt.
Integrationslehrer
Die beste Möglichkeit,
die nur an wenigen Schulen besteht, ist die Betreuung der Kinder durch sogenannte
Integrationslehrer - Sonderschullehrer, die lernschwache Grundschulkinder
mitbetreuen. Sonderschullehrer haben durch ihre Ausbildung einen besseren
Einblick in die Probleme lernschwacher Schüler und können daher
gezielter eingreifen. Leider existiert diese Möglichkeit oft nur auf
dem Papier oder ist den Schulleitern nicht bekannt. Außerdem hängt
auch hier der Erfolg des Förderns wesentlich davon ab, wie intensiv sich
der einzelne Lehrer mit dem einzelnen Kind und seinen individuellen Problemen
auseinandersetzt - d. h. er müßte im Idealfall für jedes Kind
ein eigenes „Lernentwicklungskonzept“ auf Grundlage einer individuellen
Diagnostik erarbeiten. Dies kann in der Regel von den Schulen nicht geleistet
werden. Daß eine Verschiebung rechenschwacher Kinder auf Sonderschulen
nicht die Lösung sein kann, sollte heutzutage als Standard gelten.
Definitionen und Ursachen
Was ist eigentlich
Rechenschwäche?
Wenn „Rechenschwäche“
ein wissenschaftlich abgesicherter Begriff wäre, müßten wir
uns nicht fragen, was sie denn eigentlich sei. Daher sagen viele Wissenschafter
- zum Nutzen ihrer freien Betätigung - am liebsten, es gäbe viele
Ursachen und Bedingungen, denen sie sich noch intensiv widmen müßten.
Die Banalität des „schwachen Rechnens", und daß man im Einzelfall
inhaltlich ein individuelles diagnostisches Profil herstellt, reicht ihnen
nicht aus. „Komplexität will sich" in einer allgemeinen „umfassenden
Phänomenbeschreibung" manifestieren - wie wäre es also z. B. mit
dieser Definition:
Definition
"Wenn ein Kind von
normalem Intelligenzniveau im Rechnen durchgehend schwach ist oder darin völlig
versagt, so kann es berechtigt sein, eine Rechenschwäche zu vermuten.
Nicht jedes Kind, das schlecht rechnet, hat eine Rechenschwäche. (...)
Es gibt auch nicht
die Rechenschwäche, sondern soviele verschiedene Rechenschwächen,
als es rechenschwache Kinder gibt. Keine gleicht exakt der anderen. Die Rechenschwäche
ist ein abstrakter Sammelbegriff. Im konkreten Falle haben wir es mit der
individuellen Rechenschwäche eines bestimmten Schülers zu tun."
(Wolfensberger, 1981, Referat vom 21.03.81 ELPOS/Zürich)
Wissen Sie jetzt, was eine Rechenschwäche ist?
Diagnose: Rechenschwäche
Einige Wahrheiten darf
man getrost zusammentragen: Man kann rechenschwache Kinder als solche diagnostizieren.
Dies ist wesentlich eine Frage der vernünftigen Eingrenzung eines gewissen
Ausmaßes von mathematischem Unverständnis und schul-strategischen
Verirrungen. Diese rechenschwachen Kinder können sich wirklich nicht
mehr am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen, in den sie ihr schulisches Falschlernen
gebracht hat. Auch einigermaßen erfahrene Lehrer scheitern an der Hartnäckigkeit
der Standpunkte und an den hintergründigen Strukturen, die hier teilweise
aufzuknacken sind, um neues Lernen zu ermöglichen.
Krankheit oder
was?
Wer nun aber denkt,
Rechenschwäche sei eine fürchterliche Krankheit, hat unrecht, denn
rechenschwache Kinder sind in der Regel durchaus intelligent und gesund. Wer
meint, vielleicht sei Rechenschwäche eher ein „persönliches
Etikett" für etwas, was in der Schule schiefläuft, was aber konkret
an den Kindern als ihr Problem hängenbleibt, kommt der Wahrheit wohl
ein wenig näher - darüber später mehr.
Erscheinungsbilder
Checkliste
Bedingungen, Einzelphänomene
und Verdachtsmomente für eine Rechenschwäche:
- Angst vor der Schule;
- Angst vor dem Fach
Mathematik;
- Angst vor den Klassenarbeiten
in Mathematik;
- Angst vor der Lehrperson
im Fach Mathematik;
- Mißerfolge
im Fach Mathematik, obwohl vorher „erfolgreich“ zu Hause geübt
wurde;
- im Vergleich zu Mitschülern
hoher Zeitaufwand für die Hausaufgaben in Mathematik;
- häufiger Eindruck
totaler Vergeßlichkeit;
- Antworten oder Nachfragen
zeigen oft völliges Unverständnis für die Aufgabenstellung;
- ärgerliche bis
abwehrende Reaktionen auf Hilfestellungen zu Hause;
- zur Begründung
von Antworten Berufung auf Autoritäten: „Die Lehrerin hat gesagt
...“, „Der Opa hat gesagt ...“, „Die Mama hat gesagt
...“;
- linkshändig
oder beidhändig oder auf rechts umgestellt;
- Probleme mit Positionierungen
wie oben, unten, rechts, links, zwischen;
- Einer und Zehner
werden häufig vertauscht;
- ähnliche Ziffern
wie 9 und 6 oder 7 und 1 werden häufig verwechselt;
- Probleme aufgrund
von Dialekt, anderer Muttersprache oder geringem Wortschatz;
- es liegen Sehfehler,
Hörfehler oder sonstige Wahrnehmungsprobleme vor;
- Aufgabenstellungen
werden zumeist zählend bewältigt;
- bei Unsicherheit
wird wieder von vorne angefangen zu zählen;
- Probleme, rückwärts
zu zählen;
- Schwierigkeiten,
nur aus der Vorstellung heraus abzuzählen, z. B. „In unserem Wohnzimmer
stehen ... 6 Stühle!“;
- Auswendiglernen als
Kompensationsstrategie;
- Bedürfnis nach
Eselsbrücken oder Reimen;
- „Regeln“
merken als Kompensationsstrategie;
- auch Aufgaben wie
15 + 3 oder 23 + 2 werden schriftlich bearbeitet;
- Schwierigkeiten,
den Mengenaspekt und den Nummernaspekt von Zahlen zu unterscheiden;
- Vertauschen von Rechenarten
- minus mit plus, mal mit plus;
- Schwierigkeiten,
mündlich oder schriftlich vorgegebene Sachaufgaben zu analysieren und
die zu lösenden Probleme in mathematische Operationen zu übersetzen;
- die Bedeutung des
Gleichheitszeichens ist nicht verstanden, Formulierungen wie: „Dann
schreibe ich das Ergebnis ...“, „Dann schreibe ich die größere
Zahl ...“, „Dann schreibe ich die kleinere ...“, „Dann
bin ich fertig!“;
- Probleme mit Stellenübergängen;
- im Zusammenhang mit
der Null treten gehäuft Fehler auf.
(Zitiert aus: Rechenschwäche
verstehen, Informationsschrift von IML-Essen/RESI-Volxheim 1998)
Rechenfehler
mit „innerer Logik“
Rechenschwache Kinder
produzieren nicht einfach Unsinn, sondern ihre Fehler haben Methode. Sie haben
eine „innere Logik“, die man verstehen kann. Hier einige Beispiele:
73
- 71
104
Wir fragen uns: Wie
kommt dieses - offensichtlich falsche - Ergebnis zustande?
Im ausführlichen
Dialog ergibt sich, daß der Gedankengang folgendermaßen aussieht:
Einerstelle: "Von
1 bis 3 ist 4" - der Dialog klärt folgendes Mißverständnis
auf, das die schulische Unterrichtung offenbar nahegelegt hat: "Ich habe
gelernt, daß man bei minus untereinander eigentlich plus denken muß
- also: von 1 bis 3 heißt eigentlich 1 plus 3. Aber manchmal ist es
auch anders."
Zehnerstelle: "Von
7 bis 7, aber von 7 bis 7 geht ja nicht - also, dann muß man sich 10
borgen - und dann wieder "von bis" rechnen - und von 7 bis 17 ist 10!"
Das ist phantastisch!
Es verweist nämlich
darauf, wie gut dieser Verstand funktioniert und wo die Methoden, die Aufgabenstellung
zu lösen, her sind - aus dem Regelangebot des Schulunterrichts nämlich!
Aber auch eine richtige
Lösung muß nicht anders zustandekommen - im Gegenteil. Es gibt
Methoden, die manchmal schließlich auch zum Ziel kommen:
Beispiel:
73 - 71 = 2
Das Kind erklärt:
"7 - 7 = 0 und
3 - 1 = 2 und das ist 02 - und da haben die mir gesagt, ich könnte die
Null weglassen.
Treffer! Wer
sagt nun "bravo" oder empfindet ein leichtes Unbehagen?
Wäre eine Kleinigkeit an der Aufgabe anders gewesen, hätte dasselbe Kind vielleicht folgendes gerechnet:
73 - 64 = 11
Das Kind erklärt:
"7 - 6 = 1 und
4 - 3 = 1, also ergibt das zusammen 11 - ich kann immer die linke von der
linken und die rechte von der rechten Zahl abziehen – immer die kleinere
von der größeren Zahl!"
Was ist Mathematik?
Welches der letzten
beiden Ergebnisse wäre nun ein Lob wert - das richtige, weil richtig,
oder/und das falsche auch, weil auch gut aufgepaßt - oder keines, weil
nichts verstanden ist? Oder sollte das Kind getadelt werden, weil es sich
falsche Zusammenhänge gebastelt hat, die ihm zwar nicht so, aber im einzelnen
schon irgendwie vermittelt wurden? Hat das Kind vielleicht gar keine Mathematik
lernen können, sondern sich mit den im Unterricht angebotenen Versatzstücken
von Informationen durchgeschlagen, weil es die für die "Mathe" hielt?
Hätte es das nicht tun sollen? Warum eigentlich nicht - und wer hätte
es darüber aufgeklärt, was daran falsch sei?
Vor allem: Wer klärt Grundschüler darüber auf, was Mathematik ist?
Konzentrationsmangel
und Phantasie-Ergebnisse
Eltern klagen manchmal,
daß ihr Kind sehr viel Zeit benötigt, um auf die Lösung einer
Aufgabe zu kommen. Sie erklären sich dies mit mangelnder Konzentrationsfähigkeit
oder Aufmerksamkeit, manchmal auch - wenn die Ergebnisse "offensichtlich"
falsch sind - damit, daß sie bloß "irgendwas" produzieren.
Dies erweist sich in der Rechenschwächediagnostik immer wieder als Legende.
Fast jedes Kind kann, wenn es entsprechend interviewt wird, seine Trickkiste
auspacken und erklären, wie es sich am Beispiel und auch allgemein die
Welt der Zahlen und des Rechnens vorstellt.
Beispiel Sachaufgaben
Erika feiert mit ihrer
ganzen Klasse den eigenen Geburtstag. Erika wird heute 7 Jahre alt. Es sind
zusammen 18 Schüler in der Klasse. Wieviele Schüler gratulieren
Erika zum Geburtstag?
Rechnung: 18 + 7 =
25
Antwort: 25 Schüler
gratulieren Erika.
"Ich muß alle
Zahlen in der Aufgabe rechnen. Ich muß alle Zahlen zusammenrechnen,
weil da in der Geschichte ja „zusammen" steht."
Die Aufgabe wird hier,
gemäß der obigen Aussage, so verarbeitet, daß alle Zahlenangaben
herausgelöst und miteinander verrechnet werden. Das Wort "zusammen"
wird als Aufforderung für eine Addition genommen.
Manchmal klappts auch:
Mona hat 12 Murmeln.
Sie bekommt von ihrer Freundin drei Murmeln geschenkt. Wieviele Murmeln hat
sie jetzt zusammen?
Rechnung: 12 + 3 =
15
Antwort: Mona hat jetzt
zusammen 15 Murmeln.
Treffer durch
Musteraufgaben
Wenn die Zahlen in
einem gewissen Ordnungsverhältnis im Text auftauchen und der operative
Zusammenhang "mustergerecht" präsentiert wird, kann auch ein "rechenschwaches"
Kind Treffer erzielen. Es wird allerdings ohne mathematisches Grundwissen
den Sinn der Sachaufgaben nicht mathematisch erfassen können, selbst
wenn es einmal richtig rechnet. Musteraufgaben können daher oft das Gegenteil
von Verstehen bewirken. Wer ein Muster hat, braucht kein mathematisches Urteil
mehr zu erarbeiten und kann trotzdem Punkte machen.
Weitere Fehlerbeispiele
und Interpretationen finden Sie in der Informationsschrift "Rechenschwäche
verstehen" des IML-Essen/RESI-Volxheim 1998, Autorenkollektiv der Rechenschwächetherapeuten:
"Rechenschwäche
verstehen" - Informationsschrift für Eltern und LehrerInnen
Die psychologische
Dimension
Kann ein Kind ein vernünftiges
Selbstbewußsein entwickeln, wenn es in der Schule täglich erfährt,
daß eine Notenskala von 1 bis 6 den Wert eines Schülers mißt,
daß es auf trefferquotenmäßige Leistungsnachweise (Menge
pro Zeiteinheit) und Worte des Lobes von Autoritäten ankommt? Kinder
haben es sehr schwer, wenn sie sich diesen "Schuh anziehen". Sie können
sich zu ängstlichen, vom Zuspruch anderer Menschen abhängigen Persönlichkeiten
entwickeln oder sich ins soziale Abseits manövrieren, um von dort aus
sich und den anderen ihren Wert zu beweisen. Eine denkbare vernünftige
Alternative besteht darin, sich aus eigenem Interesse ein allgemeines Wissen
anzueignen, es zum eigenen Nutzen anzuwenden und auf diesem Wissen aufbauend
sich selbst Ziele zu setzen und Perspektiven zu entwickeln. Diese mögliche
Alternative eines Selbstbewußtseins hat heutzutage immer öfter
schlechte Karten, angesichts eines Unterrichts,
- der predigt, statt
individuelle Lernprozesse und Lerndialoge zu ermöglichen und deren Erfolg
zu kontrollieren,
- der Fehler stigmatisiert,
statt sie sachlich zu diskutieren,
- der Fragen in dumme
und schlaue einteilt, statt Fragen aufzugreifen und zu diskutieren, um Klärungen
herbeizuführen,
- der Konkurrenz anheizt,
statt kooperatives Lernen zu lehren,
- und der stumpfsinnige,
ausleseorientierte Anforderungen stellt, statt die Entfaltung eigener Interessen
in Lernprozessen zu fördern und dazu anzuleiten.
Überleben
statt Lernen
In der modernen Schulwirklichkeit
werden Kinder dazu erzogen, sich unterzuordnen - mit verfeinerten, zeitgemäßen
Methoden versteht sich! Schüler müssen sachfremde Strategien des
Überlebens in der täglichen Schulkonkurrenz herausbilden. Die individuelle
Überprüfung und pädagogische Unterstützung von kontrolliertem
Wissenserwerb - z. B. in Mathe - findet in der Schule schlicht nicht statt.
Im Falle von Schülern mit Teilleistungsschwächen, wie z. B. Rechenschwäche,
ergibt sich das Problem, daß Strategien nicht zum Erfolg geführt
haben. Das Selbstbewußtsein sinkt auf den Nullpunkt. Die Schule und
die Eltern bieten keine handhabbaren Methoden an, durch Wissenserwerb höhere
Trefferquoten in Klassenarbeiten zu erzielen.
Gefahr von Persönlichkeitsstörungen
Die Folge ist, daß
Schüler nicht einfach in einem Fach wie Mathe abstürzen, sondern
in Versagerkarrieren abgleiten. Die Folgen des Versagens lassen sich an der
häufigen individuellen Herausbildung von Persönlichkeitsstörungen
bei Kindern und Jugendlichen studieren. Ein Sumpf von psychologischen Widersprüchen
zwischen Erfolgserwartungen, Angst vor Blamage und andauernden persönlichen
Herabwürdigungen tut sich auf. "Mißerfolg" wird als persönliche
Eigenschaft interpretiert. Je mehr die Hoffnungslosigkeit in einer Schulkarriere
jedes weitere Interesse am Lernen zerstört, um so unmittelbarer wird
das seelische Gleichgewicht und damit die Gesundheit dieser Kinder bedroht.
Seelische Behinderung und soziale Isolation können am Ende einer solchen
Entwicklung stehen.
Diagnostik und Therapie bei Rechenschwäche
Interview und
Fehleranalyse
Rechenschwäche-Diagnostik
hat das Ausmaß und die Ausprägung der Lernstörung des einzelnen
Kindes zu ermitteln. Das geschieht mit Hilfe eines am Inhalt des zu ermittelnden
Phänomens orientierten Interviews. Ein Stück weit arbeitet der Therapeut
mit dem Kind und gibt von Fall zu Fall Hilfen oder stellt Fragen, die in der
individuellen Problematik zu besonderen Problempunkten führen. Der Therapeut
muß die mathematischen Grundlagen differenziert denken und im Tun und
Reden des Kindes erkennen sowie die speziellen Wissenslücken, die Strategien
und Techniken des Kindes erkennen können.
Lernvoraussetzungen
Das Interview geht
einher mit reaktions- und wahrnehmungsdiagnostischen Untersuchungsanordnungen,
die auf mögliche Defizite in den individuellen Lernbedingungen hinweisen
können (Sehen, Hören, Motorik, Orientierung, Aufmerksamkeit, Konzentration).
Fragebogen und
Anamnese
Elternfragebogen, Analysen
aktueller und weiter zurückliegender Klassenarbeiten und Hausaufgaben,
Noten- und Berichtszeugnisse, auch aus vorangegangenen Jahren, liefern Ergänzungen
und Bestätigungen - eventuell können Widersprüchlichkeiten
(gute Noten versus Verständnismängel) aufgezeigt werden. Der Therapeut
vervollständigt so sein Bild vom Kind.
Beratung der
Eltern
Wieviel nützt
eine Untersuchung, wenn diejenigen, für die sie durchgeführt wird,
sie nicht verstehen? Also muß die Beratung die Ergebnisse der Untersuchung
nicht nur darlegen, sondern auch zur Diskussion stellen und den Eltern so
ermöglichen, sie selbst nachzuvollziehen. Die ignoranten Selbstverständlichkeiten
des "erwachsenen Denkens" gegenüber den "Banalitäten"
kindlicher Fehlleistungen und Mißverständnisse müssen im sachlichen
Dialog kritisiert werden. Die Eltern sollen in der Beratung lernen, sich auf
das Denken ihres Kindes inhaltlich bewußt einzulassen - es kritisch
verstehend zu begreifen. Maßnahmen und Entscheidungen für Hilfen,
die man dem Kind anbieten will, bauen auf einer gelungenen Beratung auf. Ergebnis
der Beratung sollte für die Eltern sein, dann zu wissen, was man für
das Kind tun kann und wie.
Diagnosebericht
Eine schriftliche Dokumentation
von Diagnose und Beratung gibt Eltern die Möglichkeit, nochmals nachzulesen,
mit Lehrern, Ärzten und anderen Beteiligten am Bericht entlang die Fakten
und Analysen zu besprechen. Der Diagnosebericht der Rechenschwäche meines
Kindes ermöglicht es mir, mitzureden, wenn in der Therapie bestimmte
Probleme behandelt werden und ich auf der Grundlage der festgehaltenen Ergebnisse
der Diagnose vielleicht Anmerkungen und Kritik vorbringen möchte. Schließlich
habe ich am Ende der Therapie einen direkten Bewertungsmaßstab über
die angestrebten Ziele der Rechenschwächetherapie für mein Kind
- selbst dann, wenn Diagnostiker und Therapeut nicht identisch sind und eventuell
sogar in verschiedenen Institutionen arbeiten.
Unterstützung
durch die Lehrer
Im Falle der Entscheidung
für eine Rechenschwächetherapie sollte mit den Lehrern und allen
anderen an der Erziehung beteiligten Personen ein Einvernehmen über therapiebegleitende
und -unterstützende Maßnahmen im Umfeld hergestellt werden. Da
das Kind weiter zur Schule geht, muß seine vorübergehende Sonderstellung
in der Schule, soweit die Lehrer mitziehen, unterstützt und abgesichert
werden. Je nach Einzelfallbedarf und psychischer Verfaßtheit des Kindes
sollten im Fach Mathematik Hausaufgabenbefreiungen, Befreiung von Klassenarbeiten,
Notenaussetzungen und individuelle Versetzungsregelungen angestrebt werden.
In fast allen Bundesländern gelten inzwischen Verwaltungsvorschriften,
in denen Sonderregelungen (zumindest im Grundschulbereich) für lernschwache
Kinder vorgesehen sind. Die persönliche Bereitschaft der Lehrer, für
Maßnahmen wie Rechenschwächetherapie unterstützend zu wirken,
ist inzwischen relativ groß.
Rechenschwächetherapie
Rechenschwächetherapie
ist wesentlich ein Lernprozeß im vertrauensvollen Dialog zwischen Kind
und Therapeut (ausschließlich als Einzeltherapie). Dem Kind wird ermöglicht,
unter Nutzung seiner eigenen Kapazitäten Schritt für Schritt ein
Wissen zu erarbeiten, über das es selbst bewußt verfügen kann.
Die Therapie hat daher zunächst das Ziel, den Standpunkt des Lernen-Wollens
durch die ersten Lernschritte zu verankern. Grundprinzip des Lernens in der
Therapie ist die Dauer-Förder-Diagnostik: Was gelernt wird, muß
auf mehreren Ebenen abgesichert und überprüft werden. Der Lernfortschritt
und die Themenwahl erfolgen individuell, am Wissensstand des Kindes orientiert.
Pro Woche findet in der Regel eine Therapiestunde statt - beim gleichen Therapeuten.
Die Eltern werden nach jeder Stunde informiert, können Fragen stellen
und Probleme ansprechen.
Mathematisches
Denken statt sinnloses Üben
Schulische Lehrversuche
sollen in der Therapie durch das Begreifen mathematischer Abstraktionen ersetzt
werden. Dies ist vor allem für diejenigen Kinder der einzig erfolgversprechende
Weg, die bereits völlig gescheitert sind: Durch exzessives Üben,
Regeln merken, Rechentechnik, Strategien und Gedächtnisakrobatik haben
sie den Anschluß an das strukturierende Verstehen verloren und müssen
jetzt neu damit anfangen, mathematisch zu denken.
Leistungs- und
Konkurrenzschutz
Daher ist eine Abschirmung
des Therapieprozesses gegen schulische Anforderungen notwendig. Hausaufgabenbefreiungen,
Nichtbenotung oder Befreiung von Klassenarbeiten sowie individuelle Versetzungsregelungen
sollten in Betracht gezogen werden, um dem Kind zu ermöglichen, sich
ganz auf die Rechenschwächetherapie zu konzentrieren. Das Kind muß
in die Entscheidungen über Absprachen mit Schule und Lehrern einbezogen
werden.
Lehrmaterial
und Therapiemethoden
Worauf kommt es nun
an, damit die Therapie erfolgreich verläuft? Welches Lehrmaterial und
welche Methode sind anzuwenden? Kein Material und keine Methode kann Therapieerfolg
garantieren. Zunächst kommt es darauf an, daß Therapeut und Klient
zu einem gemeinsamen Lernprozeß finden. Dies ist sicherlich teilweise
eine Frage des Geschicks und der Erfahrungswerte des Therapeuten. Das verwendete
Material muß immer primär auf seine mathematische Brauchbarkeit
hin beurteilt werden. Für sich alleine stellt es keinerlei Lehr-Wert
dar. Jedes Material hat grundsätzlich die Crux, daß die mathematischen
Abstraktionen nicht vom Material ausgehen, sondern darauf angewendet werden
müssen.
Die „beste
Methode"
Die „beste Methode“
erkennt man nicht an großen Namen oder geheimnisvollen Abkürzungen
wie z. B. „MTB“, „ELF“ oder „ADI“. Sie
muß auf jeden Fall den korrekten Inhalt der Grundlagenmathematik berücksichtigen.
Ein individueller mathematischer Lernprozeß in der Rechenschwächetherapie
ist dann als gut zu bewerten, wenn er weitgehend individuell differenziert
und mathematisch fundiert abläuft. Daran hat sich die Qualität jeder
"Methode" letztlich zu messen. Insofern können Eltern, die gut beraten
wurden, aus der Beratung bereits erste Schlüsse über die zu erwartende
Qualität der angebotenen Therapie ziehen. Während der Therapie ist
kritisches Mitdenken und Nachfragen durchaus angebracht.
Die Stellung der Institution Schule zur Rechenschwäche
“Profilbildung“
durch Wissensreproduktion
Im Mathematikunterricht
erhalten Kinder Hinweise, Regeln und Techniken, mit deren Hilfe sie, je nach
"Geschick und Auffassungsgabe", Ergebnisse produzieren sollen. Dem übergeordneten
Bedürfnis der Schule nach "Profilbildung" zwischen den Individuen
in der Klasse kommt diese Form der Wissensreproduktion sehr entgegen. Durch
punktemäßiges Abzählen der Treffer kann eine notenmäßige
Qualitätsaufteilung der Schüler reibungslos und "gerecht"
vorgenommen werden. Mit der Durchsetzung möglichst umfassender Chancengleichheit
("progressiv"), auch als Chancengerechtigkeit ("konservativ") bekannt,
wird so späteren Einsprüchen von "Verlierern" gegen die Resultate
der Schulbildung prinzipiell vorgebeugt.
Bildung durch
statistische Zufälle
Viele Kinder sind trotzdem
in der Lage, etwas zu lernen. Sie haben Glück, denn sie halten den Anschluß
und hangeln sich, strategisch denkend und halbwegs gebildet, durch die Schule.
Die Herstellung der üblichen Allgemeinbildung verwirklicht sich so "quasi
automatisch" bei einem gewissen Prozentsatz der Schüler.
Rechenschwäche:
ein schulverursachtes Lernversagen
Um mathematische Grundlagen
zu erlernen, ist in vielen Fällen (erfahrungsgemäß bei ca.
10-20% der Schüler) Einzelbetreuung und Lernerfolgskontrolle im inhaltlichen
Sinn (Diagnostik) unerläßlich. Normale Grundschulen leisten dies
nicht. In Mathematik führt das Fehlen solcher Maßnahmen zum Auftreten
des Phänomens der Rechenschwäche. Würden solche Schüler
gleich zu Beginn der Schulzeit mit adäquaten Lernmöglichkeiten und
fachlicher Einzelbetreuung versorgt werden, könnten sie vielleicht wesentlich
langsamer, aber trotzdem systematisch und kontinuierlich lernen. Doch dies
ist im Auslesesystem nicht vorgesehen.
Unerkannte geistige
Sackgassen
Daher kann man bei
Rechenschwäche, gleichgültig aus welchen individuellen Defiziten
heraus bedingt, durchaus von einem schulinduzierten, d. h. von der Schule
verursachten, Lernversagen sprechen. Die Schwierigkeiten der Aufarbeitung
von Rechenschwäche im Einzelfall nehmen mit der Anzahl der Jahre schulischen
Unterrichts zu, da die falschen Vorstellungen und Mißverständnisse
über Zahlen, Zeichen und Techniken sich zu regelrecht verselbständigten
Sinnwelten, zu geistigen Sackgassen, entwickeln. Um solche unmathematischen
Welten wieder aufzuknacken und zu entsorgen, werden jeweils individuelle Anstrengungen
vonnöten sein.
Schlußfolgerungen
für Eltern und Kinder
Es ist wichtig, mit
den Lehrern im Gespräch zu sein und Hilfsmöglichkeiten für
lernschwache Kinder auszuloten. Als Eltern rechenschwacher Kinder muß
man gleichzeitig erkennen: Schule mit ihren institutionellen Zielsetzungen
steht im Gegensatz zum Lernen meines Kindes. Die Aufforderung von Lehrern
an die Eltern rechenschwacher Kinder, mehr mit ihnen zu üben, entspricht
dem Auslesebedürfnis der Schule. Doch gerade das Fitmachen für den
Schülervergleich hat bei diesem Kind den Lernprozeß torpediert.
Ein tragfähiger Einstieg ins mathematische Denken hat von schulischer
Seite nicht stattgefunden. Warum sollte sich nun aufgrund von Nachfragen in
der Schule der Standpunkt der Schule zu diesem Problem verändern? Wenn
ein Kind den Anforderungen des Auslesesystems nicht gewachsen ist und durch
den Schulunterricht in eine Versagerkarriere hineingedrängt wird, kann
die Lösung dieser Probleme nicht innerhalb dieser Institution zu finden
sein.
Marktanalyse außerschulischer Hilfsangebote
Nachhilfe
Geht man einmal davon
aus, ein Kind habe keine Rechenschwäche, sondern partielle Nachholbedürfnisse
im Schulstoff, so gilt trotzdem: Die Zeit, die ein kompetenter Nachhilfelehrer
für ein Kind zur Verfügung steht, ist die Zeit, für die er
Entlohnung verlangt. Lernerfolge durch Belehrung und Lernkontrolle kann das
Kind nur haben, wenn der Nachhilfelehrer gut mit ihm arbeitet und individuelle
Defizite gezielt abbaut. Dies ist zwar in Gruppen unter guten Bedingungen
möglich, jedoch in der Intensität und Wirksamkeit zufälliger
und ungleichmäßiger verteilt als im Einzelunterricht. Gruppendynamische
Prozesse können eine positive Rolle in der Nachhilfe spielen, wenn die
Gruppe im Wissensbedarf homogen zusammengestellt ist. Gruppenunterricht mit
wechselnder Zusammensetzung und wechselndem Lehrer erhöht bestenfalls
die Gesamteinnahmen des Nachhilfeunternehmens pro Stunde, nicht den Nutzen
des einzelnen Schülers. Die Nachhilfe wird ineffektiv und, vom Gegenwert
her beurteilt, teurer als Einzelnachhilfe. Es stellt sich oft heraus, daß
unter dem Titel "Nachhilfegruppe" eigentlich nur eine Art zusätzliche
Hausaufgabenbetreuung stattfindet.
Lerntherapie
und Psychotherapie
Es gibt allgemeine
Lerntherapien, die von Psychologen oder Pädagogen durchgeführt werden.
Eigentlich müßten diese Therapeuten auf allen Lerngebieten einschlägige
Kenntnisse besitzen, um konkretes Lernen zum Gegenstand ihrer Therapien machen
zu können. Oft jedoch meinen psychotherapeutisch arbeitende Psychologen
oder Pädagogen, mit Hilfe eines einschlägigen Leitfadens auch mal
schnell eine Rechenschwächetherapie durchführen zu können.
Dies ist den Bedürfnissen der Klienten gegenüber ziemlich rücksichtslos
und ignorant. Da viele dieser Therapien auf konkret inhaltliches Lernen in
der Therapie verzichten, müssen auch die "Erfolge" solcher Therapien
unspezifisch und psychologischer Natur sein. Ob dies im Einzelfall hilft,
ist eher eine Glaubensfrage. Rechenschwäche und andere Teilleistungsschwächen
bedürfen jedenfalls einer gegenstandsbezogenen Behandlung.
Rechenschwächetherapie
Wenn durch eine qualifizierte
Diagnose eine Rechenschwäche nachgewiesen und dokumentiert wurde, ist
eine Rechenschwächetherapie geboten. Ob sie hilft, hängt von verschiedenen
Faktoren ab, die in der Beratung erschöpfend diskutiert werden müssen.
Folgende Bedingungen eines Erfolges sollten unbedingt abgesichert werden:
- Das Kind muß
die Therapie selbst wollen.
- Es muß den
Therapeuten akzeptieren.
- Eltern und Lehrer
sollten auf fachliche Einflußnahmen ganz verzichten und das Kind vom
Schulstreß weitestgehend befreien.
Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, bietet eine Therapie gute Erfolgsaussichten, je nach Fall innerhalb von ca. ein bis drei Jahren. In der Therapie sollte mathematische und allgemeine Lernkompetenz im therapeutischen Dialog vermittelt werden. Das schließt die Förderung des Aufbaus eines neuen kognitiv-emotionalen Selbstkonzepts ein (Selbstvertrauen im Wissensaufbau entwickeln). Hierzu gehört auch die Befreiung der Lernprozesse von "Autoritätsmüll" sowie der Aufbau eines Standpunkts sachlicher Kritikausübung gegenüber dem Therapeuten und sich selbst.
Qualitätsstandards
Es gibt keine anerkannten
Maßstäbe für Rechenschwächetherapie. Vielleicht ist das
gut so. Eltern sind dadurch gezwungen, sich selbst quasi mitauszubilden, um
die Therapie begleiten und beurteilen zu können. Der Erfolg einer Rechenschwächetherapie
läßt sich nämlich sachlich nachvollziehen und begründen.
Dies kann man jedoch immer nur aktuell, individuell und vor Ort tun.
Einstieg und
Kontrolle
Wichtig ist vor allem
der Einstieg. Diagnose, Beratung, Dokumentation und persönlicher Eindruck
von den Therapeuten und ihrem Institut müssen für die Eltern stimmig
sein. Vertragliche Vereinbarungen sollten über jeden Zweifel an der geschäftlichen
Korrektheit erhaben sein. Es darf keine unklaren Argumente und keine Geheimniskrämerei
geben. Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang mit den Klienten und ihren Eltern
ist Bedingung für eine solche Zusammenarbeit. Es muß möglich
sein, in vertrauensvoller Atmosphäre nachzufragen und Probleme zu klären.
Es muß erkennbar sein, daß die Therapeuten wirklich im Interesse
des Kindes zur Sache gehen und nicht ihre Stunden „abreißen“,
wie es in irgend einem Rezept - und sei es noch so berühmt und angeblich
anerkannt - vorgegeben wird.
Wer zahlt Rechenschwächediagnostik und Rechenschwächetherapie?
Diagnostik als
Entscheidungsgrundlage
Eine qualitative Diagnostik
mit Beratung und Dokumentation der Ergebnisse leistet Aufklärung und
gibt Aufschluß über die notwendigen anstehenden Maßnahmen
- mathematisch, pädagogisch und psychologisch. Einerseits ist diese Diagnostik
mit Beratung bereits der Einstieg in die Anfangsarbeit, die für einen
Therapiebeginn sowieso erforderlich ist. Andererseits kann auf einer solchen
Voraussetzung aufbauend erst überlegt werden, ob die Kosten für
eine Rechenschwächetherapie aufgewendet werden sollen oder nicht. Die
spätere Übernahme der Kosten für eine Diagnostik durch einen
Kostenträger ist auch im Falle einer späteren Übernahme der
Therapiekosten nicht gewährleistet.
Krankenkassen
Eigentlich sollte man
froh sein, daß Rechenschwäche keine Krankheit ist, obwohl sie von
der Weltgesundheitsorganisation als solche angesehen wird - aber eben leider
nicht von der Krankenkasse. Wenn Krankenkassen die Kosten übernehmen,
erkennen sie damit den vorhandenen "Krankheitswert" der Rechenschwäche
an (mögliche Kategorien der Kassen: Prävention für Psychotherapie
oder Rehabilitation bei Behinderung). Die Tendenz anerkannter Einzelfälle
geht derzeit gegen Null. Chancen hat man noch bei wenigen Beihilfekassen und
evtl. bei einzelnen privaten Krankenkassen.
Jugendämter
Es ist einleuchtend
und eine Erfahrungstatsache, daß Kinder mit einer Rechenschwäche
in jedem Einzelfall von seelischer Behinderung bedroht, wenn nicht schon betroffen
sind. Jugendämter beurteilen die "drohende seelische Behinderung"
nach strengen Anforderungen, getrennt von der vorhergehenden Diagnose der
Rechenschwäche. Konkret muß ein vom Jugendamt akzeptierter Arzt
oder Psychologe die „drohende seelische Behinderung" attestieren.
In vielen Fällen führt diese Regelung nach §27 und §35a
KJHG zu einer Kostenübernahme - und zwar einkommensunabhängig.
Wo jeder gute Rat einmal ans Ende kommt
Wer ein rechenschwaches
Kind hat, macht einiges durch - fast soviel wie das Kind selbst. Um aus dieser
Situation herauszukommen, hilft nur ein konsequent vernünftiges, schrittweises
Vorgehen. Das stellt allerdings eine Notwendigkeit dar, denn hier wächst
sich nichts von selbst aus. Diese Erfahrung sollte Ihnen nahelegen, die nötigen
Schritte nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern die Sache auf den Weg
zu bringen. Ihr Kind wird es Ihnen danken!
Ratschläge zur Diagnostik
Was Sie bei
der Diagnostik beachten sollten
- Überprüfen
Sie Preise daraufhin, was dafür im Vergleich geboten wird. Billige Diagnostik
kommt oft teuer zu stehen, Ihr Kind hat keine Zeit und Nerven mehr für
Pfusch und Experimente! Wenn die Diagnostik kostenlos oder fast geschenkt
ist und nur dazu taugt, ihrem Kind ein neues Etikett zu verpassen, das Sie
zur Unterschrift unter einen Therapievertrag auffordert, war sie wirklich
umsonst.
- Lassen Sie sich bereits
im telefonischen Erstkontakt ausführlich erklären, wie die Diagnostik
abläuft, was untersucht wird, wie die Beratung aussieht, ob ein Bericht
erstellt wird und was er enthält.
Informieren
Sie sich vorab
- Versuchen Sie selbst,
die mathematischen und psychologischen Begründungen und Schlußfolgerungen
einer detaillierten Diagnostik nachzuvollziehen und zu beurteilen. Informieren
Sie sich selbst über mathematische Grundbegriffe, damit Sie mitreden
können (siehe die kommentierte Literaturliste).
Nehmen Sie sich
Zeit
- Lassen Sie sich nicht
unmittelbar nach der Diagnostik zu einer Unterschrift für eine Therapie
auffordern. Ergebnisse, Argumente und Erläuterungen sollten überdacht
werden und dann für sich selbst sprechen.
Ratschläge zur Therapie
Was Sie bei
der Therapie beachten sollten
- Lassen Sie sich nicht
blenden von Diplomen, Doktortiteln und Psychotherapeutentiteln. Wichtiger
als alle einschlägigen Titel ist die spezielle Qualifikation und Erfahrung
auf dem Gebiet der Rechenschwächetherapie.
- Lassen Sie sich für
Ihre Entscheidung Zeit und lesen Sie den Vertrag.
Vergleichen
Sie die Kosten
- Rechenschwächetherapie
kostet in Deutschland etwa zwischen 300 und 500 DM Monatspauschale. Wichtig
ist dabei, den Einzelstundensatz für eine tatsächlich erhaltene
Therapiestunde zu ermitteln, sowie die in diesem Preis enthaltenen, zeitunabhängigen
Zusatzleistungen wie Beratungen, Lehrergespräche, Berichte und sonstige
Betreuungsleistungen. Wenn ein Anbieter für solche Zusatzleistungen separate
Gebühren verlangt, müssen diese über den Therapieverlauf hinweg
geschätzt und auf den Preis hochgerechnet werden. Erst dann wird ein
Preis - für den Therapieplatz auf ein Jahr umgerechnet - wirklich vergleichbar.
Die Vertragsbedingungen müssen letztlich darüber Aufschluß
geben, was die Therapie unter dem Strich kostet.
Bestehen Sie
auf Nachholstunden
- Ausfälle von
Therapiestunden sollten nachgeholt werden können - nicht nur wegen der
Kosten, sondern auch wegen der Regelmäßigkeit der Therapie. Ein
pragmatischer Umgang mit Nachholstunden, auch bei kurzfristigeren, unabwendbaren
Verhinderungen, gehört zu einem fairen und vertrauensvollen Vertragsverhältnis.
Lassen Sie sich keine bezahlten Stundenausfälle - z. B. wegen zufälliger
Feiertage - zumuten!
- Akzeptieren Sie keine
Kündigungsfristen, die länger sind als sechs Wochen auf Quartalsende.
- Verschaffen Sie sich
selbst einen Eindruck von der Institution, für die sie sich zunächst
interessieren. Machen Sie eine Entscheidung für eine Therapie in einem
bestimmten Rechenschwächetherapie-Institut wesentlich davon abhängig,
ob Sie mit der Leistung in Diagnostik, Beratung und Dokumentation zufrieden
waren.
Akzeptieren
Sie keine Gruppentherapie
- Lassen Sie sich nicht
erzählen, Gruppentherapie sei billiger und in bestimmten fehlerhomogenen
Kleingruppen machbar. Eine entscheidende Voraussetzung einer guten Rechenschwächetherapie
ist nämlich, daß sie den individuellen therapeutischen Dialog unbedingt
braucht. Rechenschwächetherapie in Gruppen funktioniert nicht und ist
Zeit- und Geldverschwendung!
- Meiden Sie Angebote
von Instituten, die Therapieformen für alle möglichen Lernprobleme
gleichzeitig anbieten. Es kann sich dabei in der Regel nicht um mathematisch
gut ausgebildete Therapeuten handeln.
Achten Sie auf
individuelle Betreuung
- Achten Sie darauf,
ob die Therapeuten nur schematisch nach einem vorgegebenen XYZ-Programmrezept
arbeiten, oder ob sie ihr jeweiliges Vorgehen individuell, d. h. auf Ihr Kind
bezogen, schlüssig begründen können. Letzteres ist ein Zeichen
für die mathematische und die therapeutische Kompetenz.
- Vereinbaren Sie eventuell
eine Probezeit. Kündigen Sie sofort, wenn Sie begründete Zweifel
an der Qualität der Therapie haben.
- Versuchen Sie inhaltlich
zu beurteilen, ob der Therapeut Ihren Vorstellungen entspricht und ob ihr
Kind mit ihm arbeiten kann.
- Wehren Sie sich gegen
nicht oder schlecht begründete und vielleicht unnötige Therapeutenwechsel.
Sprechen Sie
mit Betroffenen
- Sprechen Sie mit
Lehrern und anderen betroffenen Eltern über deren Erfahrungen mit naheliegenden
Rechenschwächetherapie-Instituten. Übernehmen Sie nicht unkritisch
pauschale Formalbeurteilungen (Preis, Kündigungsfrist, Doktortitel, „
...waren sehr nett zum Kind!“) und führen Sie mehrere Gespräche
mit verschiedenen Betroffenen.
Lassen Sie sich
beraten
- Nehmen Sie Kontakt
auf zu Vereinen, die Eltern beraten - z. B. IFRK, ABI, AHS (siehe Kontaktadressen).
Vergessen Sie dabei nicht, daß auch deren Meinungen selektiv und subjektiv
sind.
- Die letzte entscheidende
Beurteilung treffen Sie immer selbst! Machen Sie sich daher selbst so fit
wie möglich - vor allem in bezug auf Ihr Wissen über Ihr Kind: was
es will, was es denkt und wie es denkt.
Literaturempfehlungen zum Thema Rechenschwäche
Baruk, Stella,
Wie alt ist der Kapitän?
Über den Irrtum in der Mathematik, Basel/Boston/Berlin 1989
(Eine Lehrerin - denkend
wie eine Rechenschwächetherapeutin - schreibt sich ihren Ärger
über Mathe-Unterricht von der Seele und leistet dabei fundierte Aufklärungsarbeit).
Betz, Dieter/Breuninger,
Helga,
Teufelskreis Lernstörungen.
Theoretische Grundlegung und Standardprogramm (Materialien für die psychosoziale
Praxis), München/Weinheim 1982
(Standardwerk).
Fingerhut, Ralf/Manske,
Christel,
"Ich war behindert
an Hand der Lehrer und Ärzte". Protokoll einer Heilung, Reinbek
1984 (Beweisführung: Lernen kann jeder, der denken kann!).
Kutzer, Reinhard,
Mathematik entdecken
und verstehen, Frankfurt/M. 1995
(empfehlenswertes Mathematiklernbuch
- sechsbändig mit zusätzlichem Lehrerband).
Lorenz, Jens Holger,
Kinder entdecken die
Mathematik. Praxis Pädagogik,
Braunschweig 1997 (Ideen
zum offenen Mathematikunterricht).
Ministerium für
Bildung und Kultur/Rheinland-Pfalz,
Problemen beim Lesen
und Rechtschreiben vorbeugen! Informationen - Impulse - Ideen, Mainz 1994
(bezieht sich auf alle Arten von Lernschwierigkeiten, ein vorbildliches Stück
Öffentlichkeitsarbeit).
Röhrig, Rolf,
4.Klasse Sachaufgaben,
RoRoRo-Taschenbuchreihe: klipp&klar Lerntrainer, Reinbek 1998 (so geht
selbständiges Lernen!).
Röhrig, Rolf,
Mathematik mangelhaft.
Fehler entdecken, Ursachen erkennen, Lösungen finden. Arithmasthenie/Dyskalkulie:
Neue Wege beim Lernen, RoRoRo-Taschenbuchreihe: Mit Kindern Leben, Reinbek
1996 (schonungsloses Aufklärungsbuch, sehr kompakt geschrieben).
Schwerin, Alexander
von,
Hilfe, mein Kind kann
nicht rechnen! Elternratgeber, München 1995 (der praktische Elternratgeber,
auch für Lehrer).
Steeg, Friedrich H.
,
Lernen
und Auslese im Schulsystem am Beispiel der "Rechenschwäche", Ffm./Berlin/Bern/N.Y./Paris/Wien
1996 (für wissenschaftlich Interessierte, die das Thema Lernen/Schule/Rechenschwäche
hinterfragen wollen).
Schulz, Andrea,
"Fördern
im Mathematikunterricht. Was kann ich tun?, Berlin 1994 (Beitrag zur schulischen
Förderung wichtiger Voraussetzungen des mathematischen Denkens).
Informationen und Kontaktadressen
Aktion
Bildungsinformation e.V. (ABI)
Alte Poststr.5
70173 Stuttgart
Tel.07 11/29 93 35
Fax 07 11/29 93 30
Die Verbraucherschutz-Organisation
für Bildung in Deutschland, die formale und geschäftliche Qualitätskriterien
von privaten Bildungsanbietern vergleicht und bewertet.
Aktion
Humane Schule e.V. (AHS)
Merheimer Str.484
50735 Köln
Tel.02 21/9 74 32 97
Fax 02 21/9 74 32 98
Verein von Pädagogen
und anderen engagierten Mitmenschen (auch namhafte Wissenschaftler), der sich
für die Humanisierung der Schule und der Verbesserung der Lernbedingungen
von Kindern und Jugendlichen einsetzt.
Initiative
zur Förderung rechenschwacher Kinder e.V. (IFRK)
Ulrich-von-Ensingen-Str.1
72622 Nürtingen
Tel.0 70 22/5 30 64
Fax 0 70 22/25 06 36
Elterninitiative, die
bundesweit Eltern rechenschwacher Kinder unterstützt und informiert.
Zentrum
zur Therapie der Rechenschwäche/Arithmasthenie Berlin (ZTR)
Dürerstr. 38
12203 Berlin
Tel. 0 30/8 32 80 17
oder 8 32 56 23
Fax 0 30/8 31 55 26
Sammelt Kontaktadressen
von Beratungs- und Therapieeinrichtungen für Rechenschwäche in Deutschland.